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30.01.2026
16:30 Uhr
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Rechenzentren sichern Datenmassen weiterhin auf Magnetband alias Tape. Die jüngste LTO-10-Technik packt satte 40 TByte in jede Kassette.

Magnetbandkassetten, sogenannte Tape-Cartridges, sind das einzige kommerziell verfügbare Speichermedium, welches große Datenmengen preiswert und sicher über den Zeitraum von weit mehr als zehn Jahren ohne die Zufuhr von Energie erhält. Mit Langzeitarchivierung hat Backup auf Tape nur wenig zu tun. Doch andere dafür angepriesene Techniken, etwa DNA-Speicher oder die Archivierung von Daten auf Glasplättchen, sind noch weit von der kommerziellen Verfügbarkeit entfernt.
Mit den Begriffen „Tape“ oder „Band“ sind wechselbare Bandkassetten gemeint. Deren äußere Bauform muss über die verschiedenen LTO-Generationen stets gleichbleiben, weil der Markt für diese Technik im Wesentlichen aus automatisierten Speichersystemen für Rechenzentren besteht. Darin transportieren Robotersysteme die Cartridges aus zuweilen haushohen Lagerregalen zu den Laufwerken. Diese teure Technik will man möglichst selten umbauen. Bei einem LTO-Generationswechsel geht es also stets darum, die Kapazität pro Cartridge deutlich zu steigern, ohne deren Maße zu ändern.
Mit der Mitte 2025 angekündigten Version 10 von LTO (Linear Tape Open) passen unkomprimiert maximal 40 TByte auf ein Band. Um die Speicherkapazität im Vergleich zum Vorgängerstandard LTO-9 ausreichend zu steigern, waren zahlreiche Optimierungen nötig. Denn mit LTO-10 geht ein Technikwechsel einher. Konnten frühere Versionen immer noch ältere Bänder lesen und teils auch beschreiben, ist LTO-10 nur zu sich selbst kompatibel. Das LTO-Konsortium – IBM, Quantum und Hewlett Packard Enterprise – findet jedoch gute Gründe dafür.